Wenn Hightech und softe Faktoren entscheiden

Robert Zeller realisiert anspruchsvolle Abbruch- und Erd-bauprojekte mit neuem Baggertrio

 

Als Robert Zeller in das Abbruchgeschäft einstieg und mit den Abbrucharbeiten loslegte, war der selektive Gebäuderückbau – so wie er heute praktiziert wird – noch nicht Stand der Technik. Es waren zunächst vor allem Fachwerk-häuser, die von dem Offenbacher Unternehmen beseitigt wurden. Als die ersten Bau-werke aus Stahlbeton weichen mussten, war das noch im wahrsten Sinne des Wortes ein Knochenjob. „Wir hatten einen Presslufthammer. Es war viel Handarbeit angesagt“, berichtet der Firmenchef der Robert Zeller Abbruch GmbH & Co. KG. Abbruchbagger, wie sie heute gang und gäbe sind, gab es kaum. Doch je anspruchsvoller die Abbruch-projekte wurden, desto mehr Hightech hielt im Gebäudeabbruch Einzug. Denn der Rückbau muss sicher, effizient und emissionsarm über die Bühne gehen. Das gilt vor allem dann, wenn der Abbruchspezialist Hochhäuser, wie sie im Großraum Frankfurt typisch sind, entfernen muss. 

 

Inzwischen häufen sich die Bauschäden vor allem an Bauwerken aus den 60er und 70er-Jahren, sodass diese wieder Platz für Neubauten machen müssen. Aber auch aufgrund von Umstrukturierungen bleibt ein Komplettabbruch oft als einzige Lösung übrig. Mal sind es Anker für Waschbetonplatten an der vorgehängten Fassade der Bank of China in Frankfurt, die so stark korrodiert waren, dass dem Abbruchunternehmen nur die Demontage übrig blieb. Oder mal sind es besondere Schadstoffe, deren Sanierung ein Höchstmaß an Erfahrung und Know-how erfordern. Denn in der Regel treten Asbest oder PCB auf, für die eine fachgerechte Ent-sorgung gefunden werden muss. Auf die Sanierung folgt die Entkernung, um das Bauwerk für den Einsatz der Baumaschinentechnik vorzubereiten. Inzwischen wird es immer wichtiger, Ge-bäude so zu entfernen, dass möglichst viele Baustoffe aufbereitet und wiederverwendet wer-den können. Auch das gehört zum Abbruchkonzept, das Robert Zeller mit seinem Team im Detail ausarbeitet. Hier kann das Unternehmen für jede Aufgabe auf die passende Technik zurückgreifen und alle notwendigen Leistungen selbst abwickeln, um Bauvorhaben terminge-recht, effizient, sicher und zuverlässig abzuschließen. „Jeder Bagger ist bei uns mit einer kom-pletten Ausrüstung ausgestattet, um möglichst universell Aufgaben zu übernehmen“, stellt Ro-bert Zeller dar. Das bedeutet für den Abbrucheinsatz ein ganzes Arsenal an Werkzeugen, wie ein Pulverisierer, Sortiergreifer, Hammer, Magnet und eine Zange – ihr Austausch erfolgt per Oilquick-Schnellwechsler.

 

Sofern kein Platz für konventionelle Abbruchtechnologien besteht, wenn der Abbruch mitten in der Innenstadt erfolgt oder sich der Einsatz von traditioneller Maschinentechnik aufgrund von Lärm- und Staubemissionen verbietet, greift das Unternehmen auf funkferngesteuerte Ab-bruchroboter zurück. Robert Zeller Abbruch war damit einer der ersten Anwender in der Bran-che. Mit einer Leistung von 18 bis 30 kW und einem Gewicht von 1,8 bis 4,8 Tonnen sind sie prädestiniert für Arbeiten in gefährlichen Bereichen oder an schwer zugänglichen Stellen, wenn sie per Funkfernsteuerung aus der Distanz heraus bewegt werden. Inzwischen zählt Robert Zeller die Technik zur Standardausrüstung neben den klassischen Abbruchwerkzeu-gen wie einem Longfrontbagger.

 

Dabei ist die Gebäudehöhe nicht die einzige Herausforderung für den Abbruchprofi. Das Un-ternehmen hat sich auch auf den Rückbau von Luftschutzbunkern in dicht besiedelten Innen-städten spezialisiert. Mit der Expertise von Sprengtechnik hat man sich deutschlandweit inner-halb von 35 Jahren einen Namen gemacht, wenn bis zu drei Meter dicke Wände mit starken Armierungen und einer Körnung aus Basaltsplitt zu knacken sind. Ausgebildete Sprengmeister sind bundesweit unterwegs, wenn Bunker zu sprengen sind. Ziel der Sprengung ist nicht die komplette Zertrümmerung, sondern lediglich den Verbund der Stahlbetonteile zu schwächen, um im nachfolgenden Schritt Bauteil für Bauteil mithilfe von konventionellen Baumaschinen rückbauen zu können. Anstelle von Abbruchhammer oder Fräse kommt hier eine gewaltige Abbruchzange ins Spiel – mit knapp zwölf Tonnen Gewicht, einer Maulweite von 2,2 Metern und 575 Tonnen Brechkraft zählt sie zu einer der größten in Deutschland. Darüber hinaus verfügt der Betrieb über ein lärmgekapseltes, funkferngesteuertes Bohrgerät, das speziell für den innerstädtischen Einsatz konzipiert wurde.

 

Doch mit dem Abbruch allein ist das Betätigungsfeld von Robert Zeller noch nicht ausge-schöpft – der Erdbau ist das andere Standbein, schließt sich doch meist nach dem Rückbau der Fundamente der Aushub an. Für diese Arbeitsschritte stehen dem Unternehmen unter anderem drei Cat Kettenbagger 326 der neuen Generation zur Verfügung, welche die Zeppelin Niederlassung Hanau und ihr leitender Verkaufsrepräsentant Bernd Weidenweber lieferte. Ihr Markenzeichen ist ihre integrierte 2D-Steuerung und Waage, auf die das Unternehmen bei Erdarbeiten setzt und die auch gefragt sind auf Hessens größter Baustelle im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Dort entsteht auf dem ehemaligen Siemens-Areal das Schönhof-Viertel, ein komplett neues Stadtquartier mit rund 2 000 Wohnungen, einer Grundschule, fünf Kitas, Einzelhandels- und Gewerbeflächen sowie einem Park. Bauleiter Mark Fentroß koordiniert und steuert den Aushub auf der Großbaustelle, die sieben Baufelder mit zwischen 30 000 bis 50 000 Kubikmetern umfasst. Er ist Bauingenieur mit Schwerpunkt Spezialtiefbau. „Es ist gut, wenn man Mitarbeiter mit Spezialkenntnissen hat“, meint Robert Zeller. Denn inzwischen ist das Thema Fachkräftemangel allgegenwärtig. Umso wichtiger werden dann softe Faktoren, welche die Maschinentechnik wiederum bestimmen. „Wir legen großen Wert auf einen kom-fortablen Arbeitsplatz unserer Maschinisten“, unterstreicht Mark Fentroß. So wurde für das Cat Bagger-Trio eine Premiumkabine gewählt.

 

Rund 70 gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt der klassische Familienbetrieb, der 2023 sein 70-jähriges Bestehen feiert. Fünf Bauingenieure stellen als Bauleiter eine reibungslose Abwick-lung auf den Baustellen sicher. Einer von ihnen ist Simon Zeller, Sohn des Firmenchefs, der die dritte Familiengeneration vertritt. Eine eigene Werkstatt mit fünf Mitarbeitern sorgt dafür, mechanische Schäden an den Baumaschinen zu reparieren, wechselt Zähne an den Bagger-löffeln, kümmert sich um ausgeschlagene Bolzen und übernimmt Schweißarbeiten, um so die volle Funktionstüchtigkeit von Hightech für die anspruchsvollen Aufgaben im Erd- und Rück-bau zu erhalten.

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